Richtig wässern und mulchen

Wässern und Mulchen der Jungbäume

Jetzt im Sommer werden die Trockenphasen länger und besonders frisch gepflanzte Jungbäume kommen schnell unter Stress. Wenn man jetzt jeden Abend mit der Gießkanne anrückt und einen kleinen Schluck Wasser verteilt, meint man es zwar gut, erzieht den Baum aber völlig falsch. Wir schauen uns an, wie man effektiv wässert und das Wasser anschließend mit der richtigen Mulchschicht im Boden hält.

1. Richtig wässern: Selten, aber durchdringend

Die wichtigste Grundregel beim Gießen von Obstbäumen lautet: Nicht täglich ein bisschen, sondern lieber einmal pro Woche richtig viel.

Wenn du jeden Tag nur ein paar Liter Wasser auf die Baumscheibe gibst, wird nur die oberste Bodenschicht feucht. Der Baum bildet seine feinen Saugwurzeln dann genau dort, knapp unter der Oberfläche, um an das Wasser zu kommen. Bleibt das Gießen dann einmal aus, vertrocknen diese oberflächennahen Wurzeln bei Sommerhitze sofort.

Gibst du stattdessen einmal pro Woche 40 bis 50 Liter Wasser, sickert dieses tief in das Erdreich ein. Der Baum wird gezwungen, seine Wurzeln in die Tiefe zu strecken, wo der Boden auch in Trockenperioden von Natur aus länger feucht bleibt.

Tipps für die Praxis:

  • Der Gießrand: Lege aus Erde einen kleinen, ringförmigen Wall um den Stamm (etwa im Durchmesser der Krone) an. So läuft das Wasser beim Gießen nicht oberflächlich weg, sondern versickert genau da, wo es hin soll.

  • Gießsäcke: Diese Säcke geben das Wasser tröpfchenweise über Stunden ab, was für schwere Böden optimal ist. Wichtig: Lass die Säcke nicht dauerhaft am Stamm. Unter dem Plastik sammelt sich Feuchtigkeit, was Pilzkrankheiten fördert, und Insekten nutzen den dunklen Hohlraum gerne als Versteck.

2. Richtig mulchen: Feuchtigkeit im Boden halten

Nachdem der Boden tiefgründig gewässert ist, muss verhindert werden, dass die Sonne die Feuchtigkeit direkt wieder aus der Erde zieht. Gleichzeitig wollen wir verhindern, dass Gras auf der Baumscheibe wächst und dem Baum das Wasser streitig macht. Die Lösung ist eine Mulchschicht.

Du kannst das Schnittgut vom Mähen oder Ausreißen einfach auf der offenen Baumscheibe verteilen.

Brennnesseln als idealer Mulch

Eine besonders gute Wahl als Mulchmaterial sind Brennnesseln. Sie wachsen auf vielen Streuobstwiesen ohnehin reichlich. Brennnesseln enthalten viel Stickstoff, Kalium und Kieselsäure. Wenn du abgemähte oder ausgerissene Brennnesseln auf die Baumscheibe legst, decken sie nicht nur den Boden ab, sondern wirken beim langsamen Verrotten wie ein natürlicher Langzeitdünger für den Baum. (Tipp: Am besten verwenden, bevor sie Samen gebildet haben).

Worauf du beim Mulchen achten musst:

Die Mulchschicht darf niemals direkt am Stamm anliegen. Lass immer einen handbreiten Abstand zur Rinde. Wenn feuchtes Gras oder Brennnesseln direkt am Holz verrotten, führt das unweigerlich zu Rindenfäulnis. Außerdem bietet ein bis an den Stamm reichender Mulchhaufen den Wühlmäusen eine unbemerkte Deckung direkt an den sensiblen Wurzelhälsen.

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