Steinhaufen auf der Streuobstwiese

Wieso, weshalb, warum?

Eine Streuobstwiese ist an sich schon ein gutes Biotop, aber vielen Tieren fehlen am Boden die Versteckmöglichkeiten. Ein Steinhaufen bietet genau das: Die Steine heizen sich tagsüber in der Sonne auf und geben die Wärme nachts ab.

Das lockt Reptilien wie Zauneidechsen oder Blindschleichen an. Gleichzeitig bieten die Hohlräume zwischen den Steinen Schutz vor Fressfeinden und Witterung. Besonders interessant ist das für das Mauswiesel. Das kleine Raubtier ist der natürliche Feind der Wühlmaus. Wer Mauswiesel auf der Wiese hat, hat deutlich weniger Fraßschäden an den Wurzeln der jungen Obstbäume.

Den Standort an die Umgebung anpassen

Ein Steinhaufen sollte nicht wahllos in die Landschaft gekippt werden. Die Umgebung entscheidet, wer einzieht:

  • Sonne und Deckung: Der ideale Standort ist sonnig bis halbschattig, damit die Steine Wärme speichern können. Gleichzeitig sollte er nicht völlig isoliert mitten auf der kurzgemähten Wiese liegen. Besser ist ein Platz am Rand, in der Nähe einer Hecke, eines Altgrasstreifens oder an einer Böschung. So haben die Tiere eine geschützte „Einflugschneise“.

  • Trockenheit: Der Untergrund sollte nicht dauerfeucht sein. Eine nasse Senke ist ungeeignet, da die Höhlen im Inneren bei Regen volllaufen würden.

Kombination mit Totholz und Schlafplätzen

Die beste Variante ist tatsächlich die Kombination aus Steinen und Holz. Ein reiner Totholzhaufen verrottet mit der Zeit komplett und sackt in sich zusammen. Ein reiner Steinhaufen bietet wiederum wenig Nahrung, da sich dort weniger Insekten tummeln als im faulenden Holz. Wenn man beides kombiniert (unten Steine, oben Totholz und Reisig), baut man eine sogenannte Wieselburg.

So baut man gezielt Schlafplätze für das Mauswiesel ein:

Mauswiesel brauchen frostfreie und trockene Höhlen zur Jungenaufzucht. Das erreicht man durch einen gezielten Aufbau:

  1. Grube ausheben: Man gräbt zunächst ein etwa 50 cm tiefes Loch (ca. 1x1 Meter).

  2. Hohlraum schaffen: Unten in die Grube legt man größere Steine oder alte, unglasierte Tonrohre so aneinander, dass eine trockene, stabile Kammer entsteht.

  3. Schichten: Darüber schichtet man weitere faust- bis kopfgroße Steine auf, bis man über dem Bodenniveau ist. Erde sollte man nicht dazwischen füllen, damit die Hohlräume als Gänge offen bleiben.

  4. Das Dach: Den Abschluss bildet eine dichte Schicht aus Totholz, dicken Ästen und feinerem Reisig. Das Holz schützt die Steine vor starkem Regen, isoliert im Winter und zieht Insekten an, die wiederum Nahrung für Vögel und andere Kleintiere sind.

Ein solcher Haufen macht einmalig Arbeit beim Anlegen, funktioniert danach aber über Jahre hinweg völlig wartungsfrei als ökologischer Motor auf der Wiese.

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