Sulzbach, die heimliche “Hauptstadt” des Steinkauzes

Wusstet ihr, dass wir in Sulzbach auf einem echten Schatz sitzen? Während der Steinkauz (Athene noctua) in weiten Teilen Bayerns fast verschwunden ist, gilt unsere Region am Bayerischen Untermain als sein wichtigstes Rückzugsgebiet im ganzen Freistaat.

Wer jetzt im Februar nachts über die Sulzbacher Wiesen spaziert, hat beste Chancen, den “Charaktervogel” unserer Heimat rufen zu hören.

1. Ein kleiner Kauz mit großen Ansprüchen

Der Steinkauz ist wählerisch. Er mag es nicht zu kalt (deshalb meidet er den hohen Spessart) und er braucht offene Wiesen mit kurzen Gräsern zur Mäusejagd. Vor allem aber braucht er eines: Alte, hohle Bäume.

Und genau hier kommt Sulzbach ins Spiel. Die “Untermainebene” mit ihren milden Temperaturen und den noch vorhandenen alten Streuobstgürteln ist für ihn das Paradies. Experten schätzen, dass zwischen Alzenau und Amorbach weit über 100 Brutpaare leben – ein großer Teil davon direkt vor unserer Haustür.

2. Warum Sulzbach ein Hotspot ist

Dass wir hier so viele Käuze haben, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von: 1. Geologie & Klima: Unsere Lage auf der Mainterrasse ist ideal. 2. Engagement: Naturschützer (wie unsere Kollegen vom LBV Miltenberg/Aschaffenburg) kartieren und beringen die Bestände seit Jahren und hängen dort Röhren auf, wo Naturhöhlen fehlen. 3. Pflege: Jedes Mal, wenn ein Grundstücksbesitzer einen alten Apfelbaum nicht fällt, sondern stehen lässt, rettet er potenziell ein Steinkauz-Revier.

3. Was hat das mit der Mistel zu tun?

Hier schließt sich der Kreis zu unserer Aktion am 21. Februar. Der Steinkauz brütet fast ausschließlich in Baumhöhlen. Diese entstehen, wenn dicke Äste ausbrechen und das Holz im Inneren morsch wird. Wenn wir bei unserer Pflegeaktion in Soden und Dornau die Bäume von Misteln befreien, tun wir das, um genau diese “Methusalems” zu retten.

Ein junger Baum hat keine Höhlen. Stirbt der alte Baum an der Mistellast, verliert der Kauz sein Wohnzimmer. Unsere Arbeit ist also direkter Artenschutz für Bayerns seltenste Eule!

4. Ohren auf beim Abendspaziergang

Die Balzzeit ist in vollem Gange. Die Männchen markieren jetzt lautstark ihre Reviere. Achtet in der Dämmerung mal auf: * Ein ansteigendes, fast miauendes “Guuig”. * Den klassischen Reviergesang: Ein dumpfes, wiederholtes “Huuu… huuu”.

Wenn ihr ihn hört, könnt ihr stolz sein: Das ist der Sound einer intakten Streuobstwiese.

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